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Schreiben hat
mit Mut zu tun
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Schreibmarathon

 

80 Seiten in 8 Wochen

Im Frühling blüht dein Schreiben auf
Deine Abschlussarbeit wächst und wächst....
Sprinte den Rohtext aufs Papier:
Angefuert von deinem Schreibmarathon-Team!

Ein spezielles Angebot für alle, die unser Seminar "Frei geschrieben" besucht haben.

Infos in der Schreibnacht* am Freitag, 3. Februar 2012, 19.30 - 23 Uhr:
Schreibmarathon – Writing is like Running
Moderiert von Birgit Peterson

Was erwartet dich beim Schreib-Marathon 2012?

März 2012:
- Welcome-Workshop: Di, 6.3., 16 - 19.30 Uhr
- Dein Konzept bekommt den letzten Schliff und du bereitest die Literatur vor.
- Get Ready-Workshop: Di, 27.3., 16 - 19.30 Uhr
- Eine Einzel-Coaching-Stunde für jede Schreib-LäuferIn.
- Di, 10.4., 16 - 19.30 Uhr : „Check In“-Workshop: Wir gehen in Pole-Position…

Schreibstart 11. April 2012: Wir entzünden das Schreibfeuer!
80 Seiten in 8 Wochen (oder Halbmarathon 40 Seiten in 8 Wochen)

7 Update-Workshops ab 16.4.2012 jeweils Mo, 16 - 18 Uhr

Mit den Temperaturen steigt im Mai und Juni auch die Zahl deiner Rohtextseiten!
Du läufst unzählige Rohtext-Kilometer aufs Papier und
wirst von der Gruppenenergie über alle Schreib-Hürden ins Ziel getragen!

Finale-Workshop mit Party: Mo, 11.6., 16 - 19.30 Uhr

Um dich anzufeuern gibt es:
- einen „Page–Count“ im Online- Forum
- das bewährte „Tandem“: Im Buddy-System mit einer 2. Marathon-SchreiberIn unterstützt und motiviert Ihr Euch gegenseitig.
- Schreibtreffs in Cafés, Bibliotheken etc.
- 1 x pro Woche einen „Update“-Workshop  zum Jubeln, Energie-Tanken und zum Stecken des nächsten Etappenziels bis zur…
- Finale Party: Wer schreibt, gewinnt. Und das natürlich ordentlich gefeiert!

Startgebühr: 3 Monatsraten zu je € 199,-
Frühbucherpreis bei Anmeldung bis 14. Februar 2012: € 169,- pro Monat

Termine und Detail-Infos gibt´s bei der Schreibnacht am Dienstag, 3. Februrar 2011 im writers’studio.

Fragen? Wende dich an Birgit Peterson.

Ja, ich möchte mich anmelden.

 

WORK IN PROGRESS:
Foto und Text von Judith Wolfsberger

"Is the time coming
when I can endure my writing in print
without blushing, shivering
and wishing to take cover?"
(Virginia Woolf)

Schreiben & Mut - Zum Frauentag.

Schreiben heißt sich Raum und Zeit zu nehmen, für sich, für das eigene Denken, Wahrnehmen und Empfinden. Schreiben heißt immer auch Rückzug und ist gewissermaßen bedrohlich für Ihre Umwelt, für Ihre Liebsten. Einmal nicht verfügbar sein, nicht sich um die anderen kümmern, sondern um sich selbst. Schreiben ist auch bedrohlich für einen selbst: Was könnte ich aushecken? Ich könnte beim Schreiben d´rauf kommen, dass so vieles möglich ist, denkbar, schreibbar und damit auch machbar. Das könnte meine Welt ins Wanken bringen. Wer will das schon? Wer traut sich das?

Schreiben hat mit Mut zu tun. Nicht nur mit dem Mut aufzustehen vom gemütlichen Frühstückstisch und zu sagen: „Ich zieh mich jetzt zurück für eine halbe Stunde.“ Oder gar eine Stunde? Schreiben hat mit Mut zu tun, weil ich mich auf dem Papier sehe und entwerfe. Schreiben hat mit Mut zu tun, weil ich mich selbst ernst nehmen muss, mein eigenes Denken, meine Sicht der Dinge - und sei es meine Lesart eines wissenschaftlichen Buches. Um zu schreiben, muss ich meine Art, sprachlich zu formulieren ernst nehmen, so holprig und peinlich die Worte manchmal hervorpurzeln oder so frech und größenwahnsinnig. Wie sollen Ihre Worte bestehen in der angstmachenden Wissenschaftswelt? Wie nicht den Mut zum Schreiben verlieren angesichts der Tatsache, dass es vielleicht niemanden wirklich interessiert, was Sie in Ihrer Diplomarbeit schreiben? Ihre FreundInnen verstehen Ihr wissenschaftliches Detailthema vielleicht nicht; Ihr Betreuer hat vielleicht keine Zeit und geht selbst fast untern in den bürokratischen Mühlen der Universität; Ihre Eltern wollen vielleicht einfach, dass sie mit dem Studium fertig werden, was Sie da genau schreiben ist nicht so wichtig.

Wie den Mut finden zum Schreiben gegenüber dem gewissermaßen mysteriösen Anspruch der „Wissenschaftlichkeit“, der die Latte für alle immer schon zu hoch legt? Wie den Mut finden als StudentIn eine wissenschaftliche Arbeit zu schreiben an einer Universität, die das eigene - wissenschaftliche - Denken, wenn schon nicht verbietet, so auch nicht besonders fördert und fordert?

Denn es gibt kein Schreiben ohne Ich, so wie es kein Denken ohne Ich gibt. Wissenschaftliche Texte vertuschen das Ich, das legt vor allem Studierenden einen Strick beim Schreiben, besonders den Frauen. Frauen beziehen sich in ihrem Denken und Reden stärker auf eigenes Erfahren, Empfinden und Erfinden. Sie legen - wie viele linguistische Studien belegen - eher offen, woher sie Informationen haben und wie sie auf Lösungen gekommen sind. Gleichzeitig wurde Frauen Jahr-hunderte lang das Denken - das logische, das wissenschaftliche - abgesprochen. Daran zehren wir heute noch. Woher also den Mut nehmen als Studentin wissenschaftliche Texte zu schreiben?: „Ich“ zu sagen, das eigene Ver-ständnis eines Sachverhalts ernst zu nehmen, die Zeit zu stehlen - dem Job, dem Freund, den Kindern zu stehlen - und sich hinzusetzen und schwarz auf weiß eigene Worte am Papier oder Bildschirm zu formen und konservieren?

Wenn es um´s Schreiben geht, liebe Kolleginnen und Kollegen, dann sind alle Studierenden Frauen: etwas im Abseits, zu wenig ernst genommen, gefördert und bezahlt, auf der untersten Stufe der wissenschaftlichen Hierarchie. Wenn es um´s Schreiben geht, sind alle Studierenden Frauen: Wir alle brauchen den frechen Mut der frühen Feministinnen, die auf die Straße gingen und sagten: „ So sehen wir die Welt. Und so gefällt sie uns nicht.“

Haben Sie Mut, Ihr eigenes Denken, Ihr eigenes Verständnis der wissenschaftlichen Texte und Daten aufs Papier zu bringen. Schreiben Sie „Ich“. Zumindest im Rohtext. Sie können beim Überarbeiten, die „Ichs“ codieren. Aber schreiben Sie, ich bitte Sie, was Sie selbst wissen, denken und wahrnehmen!

* Dieser Text ist ein Nachtrag zum Vortrag „Diplomarbeit jetzt! Schreibtipps für Vielbeschäftigte“ an der Uni Wien am 8.3.2005

 

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