writers'studio
„Entschuldige, ich bin wieder da. Ich hoffe es stört dich nicht“
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Short Story-Seminar

Einstieg in das literarische Kunsthandwerk

Geschichten haben wir alle erlebt, gehört oder ausgedacht.
Doch wie wird das Leben zur Kunst?
Nach diesem Seminar halten Sie Ihre eigene, einzigartige Kurzgeschichte in der Hand. Ihr Schreiben fließt zu einem faszinierenden Ganzen zusammen.

Inhalte
• Eigene Themen und authentische Sprache finden
• Eine Prise Theorie über das Schreiben von Kurzgeschichten
• Entwicklung von literarischen Figuren, Szenen, Dialogen
• Enstehung von Plot, Anfang und Ende einer Geschichte

Methoden
• Schreibübungen, aus denen „Puzzle-Steine“ für Ihre Short-Story entstehen
• Zusammenbauen der Textteile zu einer ganzen Kurzgeschichte
• Konstruktives Text-Feedback

Trainerin: Ana Znidar

Ana Znidar• Schreib-Ausbildung in den USA an der Universität Harvard und am Wellesly College (Short Story, Memoir Writing, Journalistic Writing).
• Publikationen in Englisch, Slowenisch und  Deutsch.
• Lehr-Erfahrung in den USA und in Österreich.
• Studium der Anglistik und Publizistik in Wien.
• Geboren in Slowenien, lebt in Wien & Montréal.
• Kurssprache: Deutsch

Voraussetzungen
• Freude am Schreiben, Neugier und Offenheit.
• Keine Vorkenntnisse in literarischer Textproduktion notwendig

Gruppe: 4 - 7 TeilnehmerInnen

Dauer: 6 Halbtage an 2 Wochenenden

Gratis Infoabend am Mi, 16. November 2011 um 19 Uhr im writers´studio.

Seminartermine:
Gruppe 1: ausgebucht!
27. bis 29. Jänner 2012 (Block 1) und 17. bis 19. Februar 2012 (Block 2)
Zeiten: Freitage 15 bis 18 Uhr, Samstage & Sonntage 10 bis 14 Uhr.

Gruppe 2: ausgebucht!
13. bis 15. Jänner 2012: Freitag 17 - 20 Uhr, Samstag & Sonntag 14 - 18 Uhr
3. bis 5. Februar 2012: Freitag 16 – 19 Uhr, Samstag & Sonntag 14 – 18 Uhr

Gruppe 3:
30. März bis 1. April 2012 und 20. bis 22. April 2012.
Freitage 17 – 20 Uhr, Samstage und Sonntage 14 – 18 Uhr.


Ort: writers´studio , Pramergasse 7/21, 1090 Wien

Seminargebühr: EUR 309,- (inkl. USt.) pro Wochenende/Monat (2x)

FRÜHBUCHER-Preis: € 269,- pro Wochenende/Monat (2x)
Bei Anmeldung bis 2. März 2012 (Gruppe 3)

Ja, ich will mich anmelden.

WORK IN PROGRESS
Foto von Judith Wolfsberger, Text von Ana Znidar


Mit einem Ruck öffnete Tamara die schwere Tür und schmiss ihre Yoga-Matte und die Tanzschuhe hinter einen der großen Lautsprechern, die in dem hellen Loft verteilt standen. Kaum nahm sie den Duft eines fruchtigen Duschgels wahr, sah sie auch schon Isabelle nackt in der Küche stehen.
„Entschuldige, ich bin wieder da. Ich hoffe es stört dich nicht“ sagte Isabelle und trocknete sich ab. „Hallo,“ sagte Tamara lächelnd und brachte die Einkaufstaschen in die Küche. „Du musst dich nicht entschuldigen. Das ist ja deine Wohnung,“ rief sie, während sie Orangen-Schokoladen-Brot, Vanilla Soya-Milch und ein Getränk aus Himbeeren und Mandeln auspackte. Tamara freute sich ungeheuer über das Abkommen über das Loft: sie konnte in den nächsten Monaten da leben und musste im Gegenzug nur die Palmen gießen und sich um die Katze kümmern. Der hohe lichtdurchflutete Raum mit dem hellen Parkettboden eignete sich perfekt für ihre Tanzübungen.  
„In zwei Tagen bist du mich ganz los,“ sagte Isabell, als sie in ein gelbes Handtuch gehüllt in die Küche kam, die nassen blonden Haare noch tropfend. „Mein Flug für meine Tour in China und dann Vietnam wurde von meiner Agentur für Montag gebucht.“
 „Das heißt du hast nur noch…,“ überlegte Tamara laut.
„…dieses Wochenende mit Iwao,“ sprang ihr Isabelle energisch ins Wort und wandte sich gleichzeitig ab als ob sie gehen wollte, blieb aber stehen und schaute auf ihre nackten Füße. „Wieso können wir nicht ein ganz normales Leben führen?“, fragte sie. Sie drehte sich um und Tamara sah Tränen in Isabells sonst lachenden grau-blauen Augen.
Isabelle setzte sich in ihrem gelben Handtuch auf die Treppe, die auf das hohe Bett führte und legte das Gesicht in die Hände. Tamara atmete tief ein und begann mit dem Versuch einer Antwort:
“Weil es uns nicht glücklich macht?“ Sie hatte keine Ahnung davon, was Isabelle bewegte, Reiseführerin zu sein oder wie lange sie das schon so machte, dass sie den Großteil des Jahres in irgendwelchen exotischen Ländern verbrachte. Die Kunstgegenstände in der Wohnung zeugten von einem großen Interesse an fremden Kulturen. „ Weil wir uns nicht lebendig fühlen, wenn wir an einem Platz zu lange bleiben? Vielleicht ist es ist eine Sucht: das Reisen, Neues zu entdecken, verschiedene Leute zu treffen.”
Es war komisch diese ältere Isabelle reagierte nicht. Tamara berührte leicht ihre Schulter und fuhr fort, ratend: „Vielleicht ist es wie Balloonfliegen? Wenn man davon süchtig wird, hat man Probleme, auf dem Boden zu bleiben. Wenn ich reise, fühle ich mich leichter. Und viel lebendiger.”
Isabelle antwortete ganz leise, kaum verständlich aus ihrem Handversteck heraus: “Ja, diese Intensität des Erlebens macht vielleicht süchtig.”
„Vielleicht haben wir uns einfach entwurzelt sind und nun ist es leichter für uns, herumzustreuen als zu bleiben.“
„Stimmt, dieses ‚Sich-Treiben lassen fühlt sich manchmal natürlicher an.“ Tamara fiel in diesem Moment ihr französischer Akzent viel stärker auf als sonst.

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